Dunkelgrüner Orangenduft

Art Forum, Vienna
2012
Single exhibition

Die Ausstellung „dunkelgrüner Orangenduft“ von Hawy Rahman befasst sich gesellschaftskritisch mit dem Thema Krieg. In einem sehr persönlichen, teilweise sogar ironischem Stil, dekonstruiert der Künstler Begriffe wie Trauer, Vaterland oder Vertreibung. Die Ausstellung erlaubt eine entschleunigte Auseinandersetzung mit Schlagwörtern und Themen, die uns nahezu inflationär in den Nachrichten begegnen.
…"Als achtjähriges  Kind  bin ich der Farbe Dunkelgrün immer begegnet und damit war sie für mich die Farbe der Männlichkeit und der Kraft und der Macht wie mein Vater das mir erklärt hatte (die Uniformfarbe des Militärs, das uns, dich und unser Land schützt)und weil er mein Vater ist, habe ich ihm geglaubt und damit war alles , was ich gewünscht habe von Spielzeug bis Kleidung dunkelgrün wie die Uniform meines Vaters.  Ich vergesse nicht wie diese Farbe einer Rolle in meiner Kindheit gespielt hat, bis eines Tages der  Krieg ausbrach und mit den ganzen Erfahrungen, die mir und vielen Kindern  später die Nahrung des Krieges geworden sind, habe ich dann verstanden was von Macht und Kraft an Zerstörung diese  Farbe in sich hat, wie ich dann in Erinnerung  habe, die ganze Materialschlacht mit Dunkelgrün und Erdfarbe angestrichen und damit haben meine Gedanken überhaupt an die Farbe und das Leben ganz andere Dimensionen erreicht, und die Farbe die ich immer gemocht habe, hat sich zur Farbe des Todes und der Zerstörung gewandelt. Zu dieser Zeit war ich dann nie mehr Kind, sondern ein Junge der sieht, wie das Leben von ihm weiter läuft ohne schöne Erinnerungen zu lassen außer viele schwarze Tafeln, welche die Namen seiner Freunde oder Bekannten mit weißer Farbe geschrieben  enthalten, die für den Krieg  geopfert wurden.
Also, die Farbe die ich in meinen künstlerischen Werken (Erdfarbe, Schwarz, Weiß und Dunkelgrün) verwendete und mit dem Thema Krieg zusammensetzte, die sind Teil meiner Kindheit.
Ich betrachte die Farbe nicht als Quelle der Freude und der Gelassenheit für mich, weil  ich Krieg und Farbe immer verknüpft habe und mich danach mit dieser Art zu denken beschäftigte. Allerdings reise ich in meiner Vergangenheit, um den Stoff für die künstlerische Schaffung zu erreichen.
 19 Jahre später habe ich tief zurückgreifen wollen, indem ich den schwarzen Stoff aufgespannt und in weißer Farbe die Keilschrift aufgezeichnet habe, um authentisch zu bleiben bei der Übertragung von Bedeutung der weißen Farbe als Nachruf auf die  verlorenen Menschen und damit für das Erbe unserer Geschichte, und weiße Farbe wie ein offener und grenzenloser Raum, in den die Kriegsopfer hinein geworfen wurden.     
Schwarz symbolisiert  das Schicksal der verlorenen Menschen, die ungewollt Opfer wurden, auch wenn ich mich gut erinnere, dass die Frauen im Irak eigentlich einen schwarze Mantel anhaben müssen, um den ganz Körper zur verbergen, und Trauer, die fast alle Frauen dort zeichnet, anders als z.B. in Nordafrika weil die Frauen dort  den  Mantel in weißer Farbe tragen.
Also habe ich auch die Farbe nicht nur künstlerisch auf der Leinwand verwendet, sondern auch im alltäglichen Leben habe ich mich 4 Jahre nur schwarz angezogen, um die Trauer einer Mutter die ihre Kinder verloren hat, auszudrücken.
Da sind nur Experimente, die ich in meinem Text präsentiere, weil ich lange zeit die Farbe nicht wirklich verstehen konnte, insbesondere weil ich jahrelang nur an der Bildhauerei interessiert war und an der Form in der Kunst und an den Materialien, deren eigene Naturfarbe mich immer faszinierte.
Und ich versuche weiter meine Forschung fortzusetzen über die Symbole bei den Sufi und den Derwischen. "