Zerbrechliche Flügel

Vienna, public space in 8th district
2008
Group exhibition

About walls, borders and fears


In unserem Projekt sollen sich zeitgenössische internationale KünstlerInnen – ausgehend von den Ereignissen des Jahres 1980 mit all seinen Folgen – mit dem Thema „Mauer“ auseinandersetzen.  
Das Zentrum der Mauer, die so scheint es, keinen Anfang und kein Ende hat, bildet der  Mensch mit all seinen Ängsten. Die Mauer schützt und verletzt ihn zugleich.
Sie teilt den Raum, bricht die Einheit und spaltet die Ganzheit. Sie verstärkt die menschliche Verzweiflung und bleibt immer sichtbar, um einen Kampf zu führen.
Einen Kampf – Einen Krieg.
Die Mauer ist in unserer Zeit präsenter denn je. Einerseits gibt es die internationale Entwicklung der Globalisierung, mit dem Ziel, eine Welt ohne Grenzen zu schaffen. Größere wirtschaftliche und politische Einheiten entstehen, die auch Auswirkungen auf unser tägliches Leben haben. Grenzüberschreitende Begegnungen mit anderen Menschen und Kulturen werden zu prägenden Erfahrungen, das „Eigene“ wird durch das „Fremde“ hinterfragt und überdacht, neue Perspektiven eröffnen sich. Andrerseits werden wiederum Mauern errichtet, etwa die „irakische Mauer“ zwischen dem Irak und Saudiarabien, die 900 km lang werden soll, die Mauer zwischen Palästina und Israel, die Mauer zwischen Mexiko und den USA, das „Roma-Ghetto“ in der Tschechischen Republik oder die „Baghdad Mauer“.

Das Zusammenleben von Menschen verschiedener ethnischer Zugehörigkeit ist also nach wie vor keine Selbstverständlichkeit, die Beschäftigung mit dem Thema „Mauer“ noch immer geprägt von Emotionalität, persönlicher Unsicherheit, Vorurteilen, Intoleranz und Ausgrenzungsbestrebungen. Diese Polarisierungstendenzen sollen im Projekt aufgearbeitet werden, indem die KünstlerInnen sowie die anderen ProjektteilnehmerInnen und BesucherInnen sich mit dem Thema der „Mauer“ auseinandersetzen. Durch diesen interkulturellen Dialog soll versucht werden, Grenzen zu überwinden und kulturelle Vielfalt, die wir als Bereicherung verstehen, zuzulassen.  
Es braucht einen Ort, an dem Unsicherheiten, Erlebnisse und Gedanken in diesem Zusammenhang ausgetauscht werden können, an dem Gemeinsames sowie Widersprüchliches verschiedener Kulturen bewusst werden und ein friedliches Miteinander möglich wird. Einen solchen Ort zu schaffen, ist Ziel unseres Projekts.